Entwicklung

Mittagsschläfchen

Mittagsschläfchen. Eine Tätigkeit die Kinder je älter und größer sie werden immer mehr verabscheuen. Wir Erwachsenen hingegen wünschen ihn uns immer mal wieder regelmäßig zurück. Aber mal ganz von vorn.

Ganz von vorn

Mit 19 Jahren wurde ich das erste Mal schwanger. Ich war jung und hatte mir über das Erziehen eines winzigen Lebewesens zunächst noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Diese Schwangerschaft machte mich so unfassbar glücklich. Die Themen ” Schlafenszeiten”, ” Essen” oder “Rituale” waren nicht die Themen worüber ich während der Schwangerschaft nach dachte.

Als dieses kleine Wesen, welches seit Monaten unter meinem Herzen wuchs endlich auf die Welt kam, war ich noch glücklicher. Dennoch wäre eine Gebrauchsanleitung nicht schlecht gewesen. Aber das einzige was ich, und sicher auch viele andere frischgebackenen Mütter und natürlich auch Väter mitbekam, war : ” Da wächst du hinein.”

Es gibt keine Gebrauchsanleitung

Natürlich, mir blieb ja auch erstmal nichts weiter übrig als herum zu probieren. Es klappt eigentlich alles ganz gut. Mein Sonnenschein verwöhnte uns schließlich.❤ Sie schlief nachts bis zu 8 Stunden und auch tagsüber wurde sie, in der Neugeborenen Zeit “nur” aller 4 Stunden wach zum Stillen. Allerdings war ich irgendwie plötzlich eine Mama geworden die einen geregelten Tagesablauf haben wollte.

In meiner Jungend…

Früher konnte ich bis in den Tag hinein ausschlafen. Ewig lange wach bleiben und einfach die Wochenenden entspannt zu Hause im Bett oder auf dem Sofa verbringen. Mittlerweile war es mir aber wichtig, einen geregelten Tagesablauf zu haben. Nicht nur für mich, nein auch für mein Kind. Ich weiß, es gibt viele Mamas die ihren Kindern nicht “vorschreiben” wann es Sinn macht zu schlafen. Oder auch wann es für sie am besten ist zu schlafen. Das ist auch absolut in Ordnung. Jeder soll für sich entscheiden was richtig ist und wie sie ihren Kindern den Weg weisen möchten.

Geregelte Zeiten

Ich persönlich wollte meinem Kind helfen, den Tag optimal zu nutzen. Das bedeutete für mich: Es gibt eine Zeit zu der ich mein Kind abends ins Bett legte. (wann es morgens aufwachte war meinem Kind überlassen. Später wie 7 Uhr in der Früh wurde es nie, also musste ich sie da selten wecken). Es gab Frühstück, Mittag und dann wurde ein Mittagsschläfchen gemacht. Als sie noch zu klein war um die Zeit zwischen Aufstehen und Mittagsschläfchen durchzuhalten, ließ ich sie natürlich auch schlafen, wenn sie es wollte. Nachmittags ebenso.

Als sie dann für sich entschied, dass sie kein Vormittagsschläfchen bzw Nachmittagsschläfchen mehr brauchte, beschäftigte ich sie eben. Es gelang mir bei allen meinen 3 Mädchen recht gut. Eine benötigte länger um in diesen Rhytmus zu kommen, aber nach einer gewissen Zeit klappte es immer recht gut.

Sie werden schneller groß als erwartet

Bei allen dreien war es ein sehr komisches Gefühl zu erkennen, dass sie eben kein Mittagsschläfchen mehr brauchten. Big Sister konnte mit knapp 5 Jahren noch nicht recht jeden Tag ohne Mittagsschlaf aushalten. Dann aber kurz vorm Schulbeginn konnte sie dann gänzlich auf ihr Schläfchen nach dem Mittag verzichten. Mein mittlerer Spatz war schon früh raus aus diesem, meinem Plan. Mit 3 war da nichts mehr zu machen. Geschlafen wurde erst abends wieder.

Das Ausfallen des Mittagsschläfchen ist noch schwieriger

Bei unserem Nesthäkchen allerdings, fällt es mir noch schwerer es zu akzeptieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass dieses Thema grad sehr aktuell ist. Aber es ist tatsächlich schwierig für mich damit klar zu kommen. Sie ist grad erst im März 2 Jahre geworden. Was waren wir froh als sie endlich den Sprung in einen geregelten Tag schaffte.

Schwierige Kennenlernzeit

Die ersten Tage, Wochen und Monate waren so anstrengend. Diese sogenannte Kennenlernzeit war tatsächlich eine Zeit in der wir sie und uns kennen lernen mussten. Denn auch beim 3. Kind weiß man nichts über dieses hilflose kleine Wesen. Sie konnte so zuckersüß sein. Aber das Stillen war für uns beide eine Qual. Mit dem Fläschchen ging es besser mit uns.

Papa ist auch noch da

Aber ihr Papa war natürlich auch sehr daran interessiert einen Platz in ihrem Leben zu ergattern. Er gab sich solche Mühe und wurde so häufig mit Geschrei ihrerseits und auch meinerseits gestraft. Die ersten Wochen waren ein reines Herumprobieren. Waren wir an einem Abend der Meinung so langsam herausgefunden zu haben, wie sie am besten zum Einschlafen liegt oder wie wir sie am günstigsten halten um ihr das letzte Bäuerchen zu entlocken, wurden wir am nächsten Abend direkt eines Besseren belehrt.

Irgendwann war diese Zeit aber dann doch vorüber. Wir konnten plötzlich aufeinander zählen. War ich vom tag überreizt und schaffte es nicht unseren Schatz in den Schlaf zu wiegen, war mein Mann, ihr Papa da und kam keine 10 Minuten später aus dem Zimmer. Sie schlief wie ein Püppchen. Es war alles plötzlich so schön und urplötzlich war da unser Rhythmus.

Baby macht Mittagsschläfchen im Bettchen. Ein blauer Nuckel ist im Mund und ein Hummy liegt neben dem Baby.

Mittags konnte sie mittlerweile so schön schlafen. Wir alle hatten dann wieder etwas mehr Zeit. Mehr Zeit für Haushalt, mehr Zeit für Kleinigkeiten und manchmal auch mehr Zeit selbst ein Schläfchen zu machen. 😉

Ein neuer Rhythmus muss her

Jetzt ist es aber tatsächlich so, dass unser kleines hilfloses Mädchen, eben gar nicht mehr so hilflos ist und uns genau zeigt ” Mittagsschläfchen ist nicht mehr nötig!”. Nun muss ich/ müssen wir uns eben wieder umstellen. Es ist wirklich nicht einfach, gerade jetzt zur Homeschooling Zeit. Aber irgendwann finden wir dann einen neuen Rhythmus. Es bleibt spannend und unsere 3 Püppchen zeigen uns schon wo es lang geht.

Wie Du herausfinden kannst ob dein Schatz noch ein Mittagsschläfchen braucht oder nicht

Man sagt ja Kinder zeigen einem was für sie am besten ist und vor allem was sie brauchen. In bestimmten Dingen würde ich trotzdem ein wenig Kontrolle übernehmen, aber gerade der Schlaf ist etwas wo du ruhig auch auf Dein Kind vertrauen kannst.

Woran Du merkst, dass Dein Kind keinen Tagesschlaf mehr braucht:

  • Das Kind schläft tagsüber einfach nicht mehr

Wir hören es tagtäglich über unser Babyphone, unsere Maus erzählt, singt und spielt mit ihren Kuscheltieren. Von Schlaf keine Spur mehr.

  • Dein Kind schafft es, ohne vor Müdigkeit übel gelaunt zu sein, über den Nachmittag.

Unser Püppchen ist so quirlig und spielt mit soviel Freude nachmittags, dass man davon ausgehen kann das sie tatsächlich ausgeschlafen ist. Man merkt dann erst abends langsam wie sie ihren Körper dann doch etwas runter tourt. Dann sitzt sie und schaut lieber Bücher an oder kommt kuscheln.

  • Der Nachmittag macht Dein Kind nicht K.O.

Wie schon beim vorherigen Punkt erwähnt, ist mit unserer Maus immer Highlife. Vormittags sowie nachmittags. Wenn Du merkst, dass Dein kleiner Schatz anfängt sich die Augen zu reiben, viel kuscheln will oder einfach auf dem Sofa oder in Deinem Arm einschläft, gab es wohl einen anderen Grund warum das Mäuschen nicht schlafen wollte/ konnte.

Meine Erfahrungen zum Mittagsschläfchen

Diese Punkte sind aus meiner Erfahrung heraus entstanden. Sollte Dein Kind ruhiger als sonst sein, nicht schlafen können obwohl es müde, schlapp und anhänglich wirkt, kann auch eine Erkrankung dahinter stecken und Du solltest mit Deinem Kind zum Arzt.

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesem Beitrag ein kleines bisschen beruhigen und zeigen, dass es auch für eine mehrfach-Mama immer aufregend ist wenn sich etwas Neues, nicht geplantes auf tut oder ein neuer Rhythmus gebraucht wird.

Schreib mir doch gern Deine eigenen Erfahrungen, Tipps und Anregungen in die Kommentare. Natürlich lese ich auch gern konstruktive Kritik. 😀

In diesem Sinne bleib gesund, lass Dich nicht verrückt machen und mach´s chic ❤

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