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Wenn das zu Bett gehen ausartet.

Gerade ganz frisch, habe ich wieder so einen Moment erlebt, wo ich dachte:” Warum muss denn dieses Theater jz sein?” Aber bevor ich mich ins Jammern über das ins Bett gehen verliere, erst eine kurze Erklärung.

Wie schon in einem meiner vorherigen Beiträge, vermag unser jüngster Spross keinen Mittagsschlaf mehr zu machen, zumindest zu Hause. Im Kindergarten scheint das etwas anders aus zu sehen. Möglicherweise ist es der sogenannte “Gruppenzwang” der sie mittags zur Ruhe bringt. Wie auch immer. Dieses besagte Tagesschläfchen zeigt uns momentan wieder einmal mehr, dass es gar nicht so schlecht ist, wenn dieser kleine Wirbelwind zwischendurch keine “neue Kraft” tankt.

Nachdem sie uns auch eifrig bewiesen hat, dass es für sie nun keine Hindernisse mehr gibt, Schlaf zu umgehen und abends aus ihrem Zimmer heraus mit Freude von innen gegen die Tür klopft, haben wir das Babybettchen zu einem “Ich-werde-langsam-groß”-Bettchen umgebaut. Das heißt, das kleine Fräulein hat jetzt eine Seite am Bett die wir auflassen oder eben mit einem Reißverschluss verschließen können.

Bett mit Stoffwand und Reißverschluß, Decke und Mobile sind auch zu sehen.
Die obere und untere Seite hat jeweils eine feste Leiste und an den Seiten, links und rechts, ist der Stoff ebenfalls fest verschraubt.

In den ersten Nächten war sie selbst noch davon überzeugt, es wäre besser den Reißverschluß geschlossen zu lassen. Ob sie diese Entscheidung bewusst getroffen hat, aus Angst aus dem Bett zu murmeln, kann ich nicht eindeutig sagen.

Lasset die Spiele beginnen

Heute war es nun soweit. Klar Papa war nach dem Abendessen nochmal los gefahren, da bietet es sich an neue Ideen in die Tat umzusetzen. Nun ja, was soll ich sagen. Unsere Routine klappte soweit ganz gut. Wir gingen Zähne putzen, auf die Toilette, Windel und Schlafanzug an und ab auf den Sitzsack zum gemeinsamen Kuscheln und Lesen. Alles so wie immer. Auch das sie sich lieb in ihr Bett legt, jetzt natürlich als “großes” Mädchen von der Seite aus ins Bett krabbelnd, klappte hervorragend. Nochmal 2-3 kleine Geschichten und nun war die Zeit ran, sich zu entscheiden. Offen oder geschlossen?

Ein mutiges Mädchen

Nach kurzem Dialog sagte sie mutig:” Bitte Bett auf.” Klar ein Versuch ist es wert. Sie beteuerte zwar, dass sie schön liegen bleibe und schubste mir noch ein “Nachti” hinterher. Aber ich betrat noch gar nicht die letzte Treppenstufe unserer Treppe, als es schon oben an ihrer Zimmertür herzhaft klopfte und zack, ging die Tür auf.

Das ganze Repertoir an Ausflüchten wurde ausgepackt

Was soll ich sagen, ich ging also wieder hoch. Sie wolle nochmal zur Toilette. Klar auch das machen wir. Erfolgreich und mit einem guten Gefühl gingen wir im Anschluss wieder ins Kinderzimmer. Sämtliche Spieluhren mussten aufgezogen werden, die Baby-Born-Puppe inkl. Puppentöpfchen sollten mit ins Bettchen. Auch das ” mein Kind” sollst du haben wenn es dir damit leichter fällt im Bett liegen zu bleiben.

Hm…. Tat es nicht. Ich war noch gar nicht aus dem Zimmer, da hörte ich sie schon aus dem Bett steigen. Dann entschied ich selbst, sie ist noch nicht soweit eine gänzlich offene Seite am Bett zu haben. Die Verlockung dies auszunutzen und das Bett wieder zu verlassen, ist wohl doch noch zu groß.

Das Highlife beginnt

Also schloß ich den Reißverschluss, unter riesigem Protest. Die Tränen liefen und das Arme Hochstrecken, damit ich sie aus dem Bett hebe, wurde immer vehementer. Ich blieb aber konsequent und legte sie immer wieder hin, in der Hoffnung sie würde langsam zur Ruhe kommen. Als ich raus ging, blieb ich noch einige Minuten an ihrer Tür stehen und hörte wie sie schimpfte, schrie und wütete. Als ich dann runter ging, hörte ich nur wie sie ihre Türe aufriss und weinend in der Tür stand. Ich ging also wieder hoch und nahm sie auf den Arm. Auf meine Frage, was denn los sei, kam folgende Antwort:” Ich mag nicht schlafen.” Ich machte ihr klar, wie sehr ich es aber mag wenn sie jetzt in ihrem Bett bliebe.

Die Wut-Ecke als letzter Ausweg

Sofort ging das Theater weiter. Ich nahm sie also und setzte sie in die Ecke. Natürlich blieb ich im Zimmer und auch ruhig. Bis sie mit ihrer Wüterei mehr oder minder fertig war und sie mir unmissverständlich erklärte, dass sie in ihr Bett wolle. Meine Fragen: “Ist jetzt wieder gut?”, “Gehst du jetzt schön in dein Bett?” wurden alle bejaht. Also legte ich sie ins Bett. Ich gab ihr noch einen Kuss und sagte ihr nochmal, dass ich sie liebe, sie hauchte nur noch ein:” Du auch liebe dich auch.”. Ich ging aus dem Zimmer und seither ist es ruhig. Ich brachte die beiden Großen ins Bett und schaute dann noch nach ihr. Aber sie schlief seelenruhig und entspannt.

Dieses Abende lassen auch mir keine Ruhe

Nach einem solchen Theater bin ich immer sehr aufgewühlt. War das jetzt die richtige Reaktion? Hab ich die Situation richtig eingeschätzt? Hab ich immer noch ihr volles Vertrauen? Und ja, all das kann ich mit einem großen, unterstrichenen JA unterschreiben. Ich liebe sie ( und ihre Schwestern natürlich auch) ohne Grenzen.

Unser Gegenseitiges Vertrauen wird in keiner Weise angeritzt

Ich/ Wir haben es schon immer so gehandhabt. Manchmal muss man Situation einfach ” nur” überstehen/ aussitzen. An jedem nächsten Morgen, war der Abend zuvor auch noch so extrem, strahlt sie ihren Papa und mich mit glücklichen Kinderaugen an. Sie gibt uns ein Küsschen, umarmt und kuschelt uns. Sie liebt uns genauso grenzenlos wie wir sie. Sie erinnert sich auch an manche abendlichen Situationen, sie erzählt uns auch manche Dinge die sie “doof” fand. Aber dennoch weiß sie ganz genau, dass wir immer für sie da sind.

Das sind wir für alle unsere 3 Mädchen. Sie sind die Gründe für die wir nachts aufstehen, abends Theater in Kauf nehmen und am nächsten Morgen trotz (manchmal) wenig Schlaf, wieder alle für Kita und Schule fertig machen.

Fazit

Hab keine Angst auszuprobieren. Sei mutig und denk nicht darüber nach was andere denken könnten, über die Art und Weise wie Du Dein Kind ins Bett bringst. Die Bett-geh-Situationen werden auch wieder einfacher, glaub mir. Oft muss man einfach ein bisschen mutig sein.

In diesem Sinne, mach´s chic, lass Dich nicht ärgern und bleib gesund.

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